Australien – ein Jahr später

Australien – ein Jahr später

Heute vor einem Jahr saß ich morgens ein paar Stunden lang bei mir zu Hause auf dem Fußboden, völlig verunsichert und verwirrt auf meine Tarotkarten schauend (die übrigens so krass gut waren, dass es mir schon absurd erschien). Danach saß ich heulend und viel zu oft schweigend und mindestens noch genauso verunsichert bei meiner Freundin D. im Auto. Ich glaube, es war gefühlt unsere längste und unlustigste Fahrt.

 

Heute vor einem Jahr war mein Abreisetag. Ab nach Australien, ab in eine ungewisse Zukunft ohne Plan und Rückflugticket.

 

Es war alles irgendwie schon ein bisschen wahnsinnig, aber weder mein Gefühlschaos noch ein Erdbeben hätten mich von dieser Idee abbringen können. Manchmal weiß man einfach, was man zu tun hat.

Als wir dann in Frankfurt am Flughafen angekommen sind, war plötzlich alles wieder da: meine Vorfreude und meine Lust auf ein großes Abenteuer. Ich bin irgendwie schon gefühlt 10 kg leichter durch die Sicherheitskontrolle geschwebt, die Yogamatte fest unterm Arm, zusammengerollt wie mein fliegender Teppich für den Weg in ein neues Land und ein neues Leben.

Wer mich kennt weiß, dass mich Flughäfen glücklich machen. Vor allem wenn ich mit meinem Koffer Richtung Abflug rollen kann. Es gibt fast nichts besseres, ich fühle mich immer ein bisschen verwegen und um einiges spektakulärer als an den Nicht-Flughafen-Tagen.

Und so war es auch an diesem Tag.

 

Ich weiß noch, dass ich im Flugzeug Frozen geschaut hab und innerlich sehr laut „Let it go“ mitgesungen hab – der perfekte Soundtrack.

 

In Brisbane am Flughafen traf ich auf einen gut gelaunten Zollbeamten, der hoch erfreut darüber war, dass ich zum ersten Mal in Australien war und der mir direkt ein high five gegeben hat.

Ich war im Glücksrausch. An Schlaf war nicht zu denken, obwohl ich zu dem Zeitpunkt irgendwie schon 2 Tage wach war. Ich hab mein Gepäck in meinem Air BnB abgestellt und bin direkt los. Boot fahren, herumgestreunt, gucken und mit der australischen Sonne um die Wette strahlen. Dieses Glücksgefühl ist mir bis heute geblieben. Mittlerweile gemischt mit unendlich viel Dankbarkeit: zum einen an mich selbst, dass ich die Eier hatte das durchzuziehen, aber auch für meine Freunde und meine Familie, die das alles unterstützt haben. Und letztendlich für meine Freundin D, die mir selten so viel Mut zusprechen musste wie an diesem Tag.

 

Wer einen Traum hat, der sollte dafür losgehen. Auch wenn man nicht weiß, wohin der Weg genau führt.

 

Ich hätte vor einem Jahr noch nicht mal in meinem besten Traum daran gedacht, dass ich heute hier sitzen würde um diese Zeilen zu schreiben, wieder zu Hause mit einem Gefühl von alles ist neu, als Yogalehrerin und mit meinem eigenen Business, das es mir ermöglicht mit Schreiben Geld zu verdienen.

 

Wer einen Traum hat, der sollte dafür losgehen. Und sein eigenes Australien finden.

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