Las Vegas

Las Vegas
  • Mirage
  • Sphinx
  • Bellagio Casino

„Bright light city gonna set my soul on fire” * – was besonders hilfreich für die Seele ist, wenn es dort wo man her kommt gerade zu viel geworden ist. Wer einfach mal aus allem raus will, der sollte nach Las Vegas reisen. Mit einem ordentlich gefüllten Geldbeutel, funktionierenden Kreditkarten und dem unbedingten Wunsch nach Zerstreuung.

Die Stadt liegt unwirklich in einer völlig kargen Landschaft, es ist warm als wir ankommen, wir sind übermüdet und entnervt, weil uns ein Koffer verloren gegangen ist (der ein paar Stunden später glücklicherweise wie durch Zauberhand wieder auftaucht).

Überhaupt gibt es in Las Vegas jede Menge Zauberei. Man kann innerhalb von ein paar Stunden durch die ganze Welt reisen: Venedig, Paris, New York, die Sphinx. Es gibt nichts was hier nicht möglich ist. Man kann mit der Limousine zum nächsten Reisestopp fahren und Bauchfrei tragen, auch wenn der BMI eher zur Zeltplane rät. Am Tag ist Vegas irgendwie verstörend, man weiß nichts so recht mit sich anzufangen, also fahren wir mit dem Hop on Bus ein paar Stunden quer durch die Stadt – toll um sich einen ersten Überblick zu verschaffen und den Strip schon mal aus einer leicht erhöhten Perspektive zu sehen. Und irgendwann zieht es dich in ein Casino. Ich verstehe die Automaten nicht und werde recht schnell ein paar Dollar Scheine los. Manche Menschen scheinen seit Jahren vor ihrer Slot Maschine zu sitzen, hier werden apathisch Knöpfe gedrückt, über allem hängt ein leichter Zigarettenrauch und so ein undefinierbarer Duft, der mir in Vegas ein paar Mal begegnet, immer ein bisschen anders, aber immer irgendwie Casino.

Mit der Dämmerung zeigt die Stadt schließlich was sie kann: es glitzert und blinkt in alle Richtungen, der Himmel ist nur noch zu erahnen, der Bellagio Brunnen lässt einen für ein paar Minuten mal andächtig schweigen und ein bisschen fühlt man sich wie in einer Hollywood Produktion und wartet auf George Clooney, der  mit einem Spitzbuben Grinsen um die Ecke biegt.
Wir fahren mit dem Riesenrad am Linq Hotel, man sieht zum ersten Mal die ganze City aus der Höhe und es ist wunderschön. Ebenfalls toll ist der Ausblick bei Nacht vom Stratosphere Tower.

Den Las Vegas Glamour, den ich mir ausgemalt habe, finde ich schließlich im Casino vom Caesars Palace. Alles wirkt edel, versnobt und wie aus einer anderen Zeit. Ich denke an schöne Frauen mit Zigarettenspitze und Pelzmantel und Männer im Al Capone Look. Tatsächlich sind die meisten doch eher durchschnittliche Touristen, aber wenn man irgendwo von der guten alten Zeit träumen kann, dann definitiv in Las Vegas.
Ein bisschen ernüchternd wirken die Wedding Chapels, die eher schäbig in Downtown am Straßenrand kleben. Es gibt einen wohl schon ausrangierten pinknen Cadillac und auch der ein oder andere Elvis, der hier auftaucht, hat schon bessere Tage erlebt. Und trotzdem liegt über allem irgendwie die Magie und der Glanz vergangener Tage, vielleicht schon etwas angestaubt und dennoch nicht weniger beeindruckend.
Nachts sieht man in Las Vegas keine Sterne am Himmel. Vielleicht ist es auch nicht notwendig, die Stadt ist ein einziges Sternenmeer. Und manchmal springt dieser Funke tatsächlich auf einen über und dein Herz steht in Flammen, während im Hintergrund die Spielautomaten Viva Las Vegas klingeln.

* Elvis Presley: Viva Las Vegas

 

 

 

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